Sonderpädagogisches Förderzentrum München Mitte 1

 

Chronik

Aus der Chronik des Sonderpädagogischen Förderzentrums München Mitte 1, vormals Schule zur Lernförderung:

“Sie ist fünfmal umgezogen und hat viermal ihren Namen gewechselt. Aber sie hat trotzdem stets gewusst, dass sie die Hilfseinrichtung für jene Volksschüler ist, die im nordwestlichen Stadtbezirk Münchens in ihren Schulen nicht zurechtkommen. ...“


(aus der Festschrift zum 25jährigen Jubiläum der Schulanlage an der Dachauer Str. 98)

1912

- Einrichtung der ersten „Hilfsklasse“ für die Volksschulen im
  nordwestlichen Stadtbezirk
- Unterbringung in einer Baracke an der Schellingstraße, unterstand der
  Schulleitung der Volksschule an der Schwindstraße
1913/14 2 Klassen à 16 Schüler
1. Weltkrieg eine Sammelklasse mit 40 Schülern
ab 1921/22 4 Hilfsklassen in der Schulbaracke an der Schellingstraße
1925 in ganz München 39 Hilfsklassen mit 480 Schülern, an 9 Schulen; durchschnittliche Klassenstärke: 12 Schüler
1929 Umzug der 4 Klassen aus der Schellingstraße in das „gemauerte“ Schulgebäude an der Schwindstraße
1933 Rupert Egenberger wurde Schulleiter der Schwindschule und führte als Klassenleiter bis 1942 eine der Hilfsklassen.
9. März 1943 Das Schulgebäude an der Schwindstraße wird total zerstört, auch die Schulbaracken an der Schellingstraße brannten aus.
16. März 1943 Umzug der Hilfsklassen in das Gebäude der Volksschule an der Gabelsbergerstraße
ð Hilfsklassen werden zu einer selbständigen Hilfsschule zusammengefasst: Hilfsschule an der Gabelsbergerstraße
ab 1943/44 neuer Schulleiter Karl Gallauer
17. Dez. 1944 starke Beschädigung des Schulgebäudes durch amerikanische Fliegerbomben
1944/45 konnte kein Unterricht gehalten werden
1945/46 eine Hilfsschulklasse im Rückgebäude der „angeschlagenen“ Gabelsbergerschule

Beschreibung der Zustände durch H. Rieber:
“Es gab Schulen mit Scheiben aus Brettern oder Karton, der Schwamm fror im Winter an die Tafel, und, welche Humanität, die Kinder mit den dünnen Ärmlein und hungrigen Augen bekamen von den Siegern die ersten Hungerrationen: Brei, Vitamintabletten und gelegentlich Schokolade. Der Schulbetrieb konnte nur einige Stunden täglich aufrechterhalten werden.“
1946 – 48 Karl Gallauer führte alleine zwei Hilfsschulklassen, eine 1.-4.-Klasse mit 29 Schülern und eine 5.-7.-Klasse mit 46 Schülern.
1948 Neuer Schulleiter: Andreas Meilhamer
In seiner Amtszeit begann eine geradezu stürmische Entwicklung der Hilfsschule an der Gabelsbergertraße.
1949/50 3 Klassen, Klassendurchschnitt 29 Schüler
1950/51 Klasserdurchschnitt 33 Schüler
In den folgenden Jahren wuchs die enge Stammschule um drei Außenstellen.
1956/57 Klassenstand :
- Stammschule an der Gabelsbergerstraße:
  5 Klassen mit insgesamt 116 Schülern
- Außenstelle Schleißheimerstraße:
  3 Klassen mit insgesamt 83 Schülern
- Außenstelle Heinrich-Braun-Weg:
  2 Klassen mit zusammen 40 Schülern
- Außenstelle Dachauer Str. 526:
  2 Klassen mit zusammen 41 Schülern
1961 Der Rektor der Hilfsschule an der Höcherstraße, Hans Pecher, übernahm die Schulleitung.
1961 Im Rahmen des Schulbauprogramms der Landeshauptstadt für die Volksschulen der Gabelsbergerstraße an der Dachauer Str. 98 wurde eine neue Schulanlage errichtet. Sie konnte am 19. November 1962 in Betrieb genommen werden.
Die Volksschulen zogen um, und die Hilfsschule hatte den Erweiterungsbau an der Gabelsbergerstraße für sich alleine.
1964/65 Klassenstand:
- Stammschule an der Gabelsbergerstraße:
  9 Klassen mit insgesamt 213 Schülern
- Außenstelle Schleißheimerstraße:
  3 Klassen mit insgesamt 67 Schülern
- Außenstelle Heinrich-Braun-Weg:
  2 Klassen mit zusammen 47 Schülern
- Außenstelle Ittlingerstraße:
  2 Klassen mit zusammen 54 Schülern
25. Juni 1965 Veröffentlichung des Sonderschulgesetzes:
- neuer Name „Sondervolksschulen“
- Einführung der Sonderschultypen
1964/65 Im Zuge der Verbreiterung der Gabelsbergerstraße und der Errichtung des Gesundheitshauses muss auch das Gebäude der Sonderschule an der Gabelsbergerstraße beseitigt werden.

Das Grundstück an der Dachauer Str. 96 soll das Schulgebäude für die Sondervolksschule aufnehmen – das erste Sonderschulgebäude der Nachkriegszeit, das in München errichtet wurde!
14. Februar 1966 Umzug in das neue Sonderschulgebäude an der Dachauer Str. 96 – das bereits bei Aufnahme des Schulbetriebes für seine Aufgabe zu klein war!
  Im Vollzug des Sonderschulgesetzes entwickelten sich die Außenstellen der Sondervolksschule für Lernbehinderte an der Dachauer Str. 96 (u.a. auch eine Klasse in den Schulräumen der Volksschule an der Dachauer Str. 98) nun zu eigenen Sonderschultypen.
1968/69 Die Sondervolksschule für Lernbehinderte an der Dachauer Str. 96 war die größte ihrer Art in München.
Sie bestand aus 35 Klassen:

29 Klassen für Lernbehinderte
 2 Klassen für Erziehungsschwierige
 4 Gruppen für Geistigbehinderte
1969/70 Zur Sondervolksschule für Lernbehinderte an der Dachauer Str. 96 gehörten 45 Klassen mit 5 Außenstellen
ð
  eine Schulteilung war nicht mehr zu umgehen.
ð  erster Lehrplan für die Sondervolksschulen
August 1970

Der Schulleiter Hans Pecher ging in Ruhestand.
Seine Sondervolksschule wurde „gefünftelt“:
ð Im Sonderschulgebäude an der Dachauer Str. 96 verblieben die Klassen für Erziehungsschwierige als eigenständiger Schultyp
ð die Klassen für Lernbehinderte zogen in den Bau B des Volksschulgebäudes an der Dachauer Str. 98
ð aus der Außenstelle an der Schleißheimer Straße entstand eine Sondervolksschule (L)
ð aus der Außenstelle am Heinrich-Braun-Weg entstand eine Sondervolksschule (L)
ð aus der Außenstelle für Geistigbehinderte wurde eine private Sonderschule

1970/71 In dem Schulgebäude an der Dachauer Str. 98 fanden nur 6 der Lernbehindertenklassen einen Klassenraum, 2 Klassen mussten im Sonderschulgebäude an der Dachauer Str. 96 bleiben, 2 Klassen wurden in einer Außenstelle in der Volksschule am Dom-Pedro-Platz untergebracht.
Neuer Schulleiter: Josef Schindelbeck
Februar 1971 Die Sondervolksschule für Lernbehinderte an der Dachauer Str. 98 erhielt ihren Schulsprengel und wurde zuständig für folgende Grundschulen:
- GS Dachauer Str. 98
- GS Alfonsstr.
- GS Schwindstr.
- GS Farinellistr.
- GS Bayernplatz
- GS Marsplatz
- GS Hirschbergstr.
- GS Winthirplatz
- GS Südliche Auffahrtsallee
- GS Maria-Ward-Str
- GS Dom-Pedro-Platz
- GS Waldmeisterstr.
- GS Schleißheimer Str.
- GS Nadistr. 3
1971/72 Die Klassenzahl wuchs auf 15 an; die beiden Außenstellen blieben.
März 1972 Der Schulleiter erlitt während des Unterrichtes eine Kreislaufschwäche und trat in den Ruhestand.
1973 – 75 Frau Kreszentia Friess übernahm stellvertretend die Arbeit der Schulleitung, im Schuljahr 1975/76 wurde sie Rektorin der Schule.
1974/75 Die Außenstellen fielen weg.
1975/76 Einrichtung einer italienischen Lernbehindertenklasse
1978 Erscheinen des neuen „Curricularen Lehrplans“, Einführung des Faches Arbeitslehre
1979/80 - Neuer Schulleiter: Robert Rohr
- Einrichtung der muttersprachlichen jugoslawischen Förderklasse
- Schulabgänger mussten in ihrem letzen Schuljahr an die SoVS für
  Lernbehinderte an der Nadistr. 3 überwiesen werden
1984/85 Zusammenlegung der Sondervolksschulen an der Dachauer Str. 98 und der Nadistr. 3
Neuer Schulleiter: H. Hintermeyer
1985/86

Aufbau der Sonderpädagogischen Diagnose- und Förderklassen an der Nadistr. 3 durch Frau Dipl. Psych. Sybille Kannewische

1999/2000 Neue Schulleiterin: Eva Windolf
2002 2. Platz beim Prof.-Rudi-Seitz-Preis der Stadt München

2. Platz in der Kategorie Förderschule beim "i.s.i. 2002" (innovativer Schulentwicklungspreis) des bayerischen Kultusministeriums
2002/03 Neue Konrektorin: Hiltrud Schmandt-Müller
2003 Preisträger beim Wettbewerb "Der goldene Floh" (Praktisches Lernen)
2003/04

Neuer Schulname: Schule zur Lernförderung

Seit diesem Schuljahr gibt es an der Schule Jugendsozialarbeit.

2004 Landessieger Bayern beim "Buddy Power Award"
2004/05

Neue Schulleiterin: Hiltrud Schmandt-Müller

Seit diesem Schuljahr wird an der Schule eine SVE eingerichtet

Eröffnung der Förderwerkstatt an der Nadistr.

Juni 2006

Eröffnung der Förderwerkstatt für die Klassen 3 - 9
an der Stammschule

August 2006

Ab sofort ist die Schule Sonderpädagogisches Förderzentrum mit
2 SVE-Gruppen und 17 Klassen

2006/07 Aufbau der offenen Ganztagsschule in Zusammenarbeit mit dem Verein Kinderschutz e.V.
2007/08

Orientierungsklassen mit reduziertem Grundschullehrplan

1. Konrektorin: Frau C. Kripp-Renz (Nadistraße)

2008/09

Ausbau der Ganztagsangebote: Offene Ganztagsschule, Ganztagsklassen 5 und 6 mit Hauptschullehrplan, Hausaufgabenbetreuung

Beteiligung am Schulversuch "KOMM MIT"

2. Konrektor: Herr A. Maritschnegg (Dachauer Straße)

2008/09

1. Platz beim Sportintegrationspreis "Vielfalt als Chance" mit dem Tanzprojekt "Tanz und Schule"

2011

Im Februar 2011 wurde unsere Schule im Maximilianeum mit dem 3. Preis des Schulwettbewerbs „Starke Schule – Deutschlands beste Schulen, die zur Ausbildungsreife führen“ ausgezeichnet.

2011

Unsere Schule erhielt den „Schulsonderpreis“ des Förderpreises „Münchner Lichtblicke 2011“.

2012/13

Neue Schulleiterin: Cornelia Kripp-Renz
Neue 1. Konrektorin: Leonie Budjarek

2013/14

Neue 2. Konrektorin: Monika Hauck

2015

Im März 2015 wurde unsere Schule zum zweiten Mal mit dem 3. Preis des Schulwettbewerbs „Starke Schule – Deutschlands beste Schulen, die zur Ausbildungsreife führen“ ausgezeichnet.

2017 Neuer 2. Konrektor: Peter Kaiser